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Markus Utz Markus Utz war bis 2008 Bezirkskantor und Musikdirektor am Konstanzer Münster. Seit 2007 ist er Professor für Dirigieren und Chorleitung an der Zürcher Hochschule der Künste. Er studierte in München, Detmold und Stockholm u. a. bei Gerhard Weinberger, Anders Eby und Eric Ericson. Neben Wettbewerbserfolgen als Organist war er als Dirigent Stipendiat der Scandinavian Bach Academy, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und Finalist beim Eric Ericon Award. Markus Utz ist einer der erfolgreichen jungen deutschen Chordirigenten und hat sich mit seinem ensemble cantissimo durch feinsinnige, charakteristische Interpretationen inzwischen einen hervorragenden Namen im In- und Ausland gemacht. Er ist zunehmend auch als Juror, Kursleiter und Gastdirigent bekannter Profi-Chöre gefragt.
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Kontakt: Markus Utz
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Markus Utz im Gespräch Was fasziniert Sie an »a cappella«? Die Unmittelbarkeit und phantastische Vielschichtigkeit der menschlichen Stimme. Sich ohne Hilfsmittel (Instrument, elektronische Technik etc.) ausdrücken zu können und darüber hinaus einen Text, der inden meisten Fällen die Motivation für ein Chorstück darstellt, als Botschaft zu vermitteln. Worin besteht ihr »Traumklang« in einem Ensemble, welche Farben und Charakteristika sind Ihnen wichtig? Ein homogener runder und weicher Chorklang ist mir sehr wichtig. Natürliche und klar geführte, vibratoarme und mischfähige Stimmen mit einer guten Intonationsbereitschaft sind dafür von grossem Vorteil. Je nach Repertoire sollte natürlich trotz dieser Prämissen eine breite Vielfarbigkeit eingesetzt werden. So ist natürlich die Stimmgebung und –technik bei einer Bach-Motette grundlegend verschieden von einer Bruckner Motette. Wie arbeiten Sie mit Ihren Profis? Welche Schwerpunkte setzen Sie, was setzen Sie voraus? Natürlich bringen in der Regel die Mitglieder des ensemble cantissimo den eigenständig gut vorbereiteten Notentext mit in die erste Probe. Die Probenarbeit kann nur projektweise stattfinden, weil die handverlesenen SängerInnen aus ganz Deutschland und der Schweiz kommen und viele andere Verpflichtungen haben. Ich pflege keinen autoritären Führungsstil, auch wenn ich genau weiss, was ich will. Mir ist es wichtig, dass die Atmosphäre stimmt, die SängerInnen selbstständig mitdenken und so viel Eigenverantwortung übernehmen, wie eben neben dem Dirigenten sinnvoll und möglich ist. Meine Aufgabe ist es dann, das nötige Verständnis für Hintergründe und Zusammenhänge zu vermitteln. Und natürlich die klanglich-musikalisch-interpretatorische Arbeit als Dirigent und künstlerischer Leiter. Was hat sie bewogen, in Schweden zu studieren? Die weltweit einzigartige Chorkultur in Schweden hat mich schon zu Zeiten meines Jungstudiums in München sehr fasziniert. Ich wollte erkunden, warum das Chorsingen in Schweden Volkssport ist und warum das Niveau, egal ob Laien- oder Profichor, so unglaublich hoch ist. Zudem fand ich das Repertoire von der traditionellen Chorlyrik bis hin zur skandinavischen Chormusik des 20. Jahrhunderts sehr spannend. Durch ein DAAD-Stipendium hatte ich dann die Möglichkeit in Stockholm an der berühmten Königlischen Musikhochschule zu studieren. Meinen Lehrern Anders Eby, Eric Ericson und Stefan Parkman habe ich viele Impulse und eine starke Prägung zu verdanken. Seit ich wieder in Deutschland bzw. der Schweiz bin, versuche ich durch meine Tätigkeit den in Skandinavien so gut funktionierenden und inspirierenden Kreislauf zwischen guten Chören, umfassend ausgebildeten Chorleitern und Chor-Komponisten auch bei uns noch mehr in Gang zu bringen. Was bedeutet Eric Ericson für Sie und was haben Sie von ihm mitgenommen? Ich hatte das grosse Glück, bei Eric Ericson Privatstunden zu bekommen. Aufgrund seiner so grossen Erfahrung mit den unterschiedlichsten Arten von Chören und Repertoire hat er ein untrügliches Gespür, eine immense Kenntnis und eine klare und nüchterne Einschätzung von methodischen und technischen Fragen. Durch seine vielschichtige Tätigkeit ist er einer der grossen Pioniere und Motivatoren nachfolgernder Chorleitergenerationen für die Professionalisierung der a cappella Kunst im 20. Jahrhundert. Besonders als Mensch kann man vom ihm lernen bescheiden zu bleiben, sich nicht zu wichtig zu nehmen und sich immer darauf zu besinnen, dass es um die Musik und die insbesondere Liebe zur Chormusik geht. Was treibt Sie an? Die Neugierde und Freude Musik machen zu können und die Leidenschaft meine Erfahrung auch an andere weitergeben zu dürfen. Was ist Ihr Anliegen bei der Aufführung zeitgenössischer Werke? Neben der Textbotschaft sicherlich auch die Vermittlung und das Experimentieren mit neuen vokalen Ausdrucksformen. Das Gespräch führte Dominika Hirschler im Frühjahr 2010. |
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